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Monika Brunert-Jetter besucht Windpark
Zusammen mit Hilchenbacher Parteifreunden hatte die CDU-Politikerin ihr Interesse an einer Besichtigung der Windenergieanlagen und an Informationen zu dem Projekt bekundet. Dabei machte sie keinen Hehl daraus, dass sie dem Bauvorhaben im Vorfeld zunächst skeptisch gegenüber gestanden hat.
Nach einem Bildervortrag zum Bau des Windparks und einigen technischen Informationen fand eine Diskussionsrunde mit den Vorständen der Hilchenbacher Waldgenossenschaften im Turm der Anlage Nr. 1 statt.
Frau Brunert-Jetter erläuterte die Maßnahmen der Landesregierung zur Abminderung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Orkans „Kyrill“. Neben weiteren Themen wie der Umnutzung forstwirtschaftlicher Flächen und dem Anbau von schnellwachsenden „Energieholz“-Plantagen wurde die Windenergienutzung im Wald thematisiert.
Die NRW-Landesregierung hatte vor einigen Jahren per Erlass den Bau von Windenergieanlagen im Wald unterbunden. Nach Frau Brunert-Jetter war dies eine von mehreren Maßnahmen gegen die ihrer Ansicht nach viel zu unkritische Genehmigungspraxis der Vorgänger-Regierung.
Einige der anwesenden Waldbesitzer äußerten in der folgenden Diskussion ihr Interesse an einer Nutzung ihrer Eigentumsflächen durch Windenergieanlagen. „Gerade nach Kyrill muss nach Einkommensalternativen Ausschau gehalten werden“, sagte der Vorsitzende einer vom Sturm stark betroffenen Waldgenossenschaft.
Der Geschäftführer der RothaarWind GmbH & Co KG, Günter Pulte, plädierte ebenfalls für eine Zulassung von Waldstandorten für die Windenergienutzung. Der Wald biete im Mittelgebirgsraum die Möglichkeit der Nutzung ortsferner und dementsprechend akzeptanzfähiger Standorte. Windenergienutzung und die Erholungsfunktion des Waldes seien ohne weiteres gut miteinander vereinbar. Der Fall „Hilchenbach“ sei der Beweis hierfür.
Nach einer angeregten Diskussion räumte Frau Brunert-Jetter ein, dass das Beispiel des Windparks Hilchenbach Anlass gäbe, die Frage des Wald-Ausschlusses noch einmal zu überdenken. Der Windpark sei „gut eingebunden in die Landschaft, heute sei erkennbar, dass die früheren Befürchtungen einiger Gegner des Bauvorhabens nicht eingetreten sind.“ Sie sagte zu, die gewonnen Erkenntnisse mit ihren Fraktionskollegen im Düsseldorfer Landtag zu diskutieren.
Ob eines Tages eine Neubewertung der Windnutzung im Wald erfolgen wird, bleibt abzuwarten. Ein Ergebnis der mehrstündigen Veranstaltung war jedoch sofort erkennbar: Im runden Turm einer Windenergieanlage wird niemand argumentativ „in die Ecke gedrängt“. Auch kontroverse Standpunkte können sehr sachlich und in aller Freundlichkeit diskutiert werden.


