Tutorial: Netz & Verfügbarkeit
Bei Flaute geht noch lange nicht das Licht aus

Weitgehend gerüstet: Für die Aufnahme des Strom aus Windkraftanlagen sind Ausbaumaßnahmen des Netzes in sehr moderatem Umfang erforderlich.
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Die Suppe springt nicht aus dem Topf und es ist nie überall gleichzeitig windstill
Durch die dezentrale Struktur der Stromversorgung mit Windkraftwerken werden die natürlichen Schwankungen der Energiequelle Wind bereits weitgehend kompensiert. Die Erklärung liegt hier einfach in der Unwahrscheinlichkeit:
So unwahrscheinlich, wie einmal alle Hilchenbacher Autofahrer exakt zur gleichen Zeit von der Rothenberger Straße in die Herrenwiese einbiegen wollen und so unwahrscheinlich wie der Umstand, dass beim Kochen einer Suppe einmal die gesamte Suppe auf einmal „blubbert“ und kurzerhand komplett aus dem Topf springt, so unwahrscheinlich ist es auch, dass es einmal überall in Deutschland, geschweige denn überall im europäischen Verbundnetz, gleichzeitig windstill ist.
Die Schwankungen der Windenergie sind daher eine kalkulierbare Größe. Die Windverhältnisse und somit das Energieangebot von Windkraftanlagen kann um einige Stunden sehr präzise vorausgesagt werden. Wie viele Reserven dennoch für den Fall geringen Windaufkommens und hoher Nachfrage vorgehalten werden müssen, hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) im ersten Teil ihrer sog. dena-Netzstudie unter anderem untersucht.
Dabei wurde eine Erhöhung der installierten Windkraftleistung von 14,5 GW* in 2003 auf 36 GW in 2015 zugrunde gelegt, also eine Erhöhung auf das knapp Zweieinhalbfache.
Zwar kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die benötigte Reserveenergie von rund 14% der installierten Windkraftleistung in 2003 auf rund 19% in 2015 steigt, doch sind die laut Prognose in 2015 im Kraftwerkspark vorhandenen Kapazitäten ausreichend, um diese zusätzliche Reserveenergie vorzuhalten.
Die Werte für die Reserveenergie erscheinen recht hoch dabei muss man bedenken, dass es sich um die maximal benötigten Notfallreserven handelt, die nur selten in vollem Umfang zum Einsatz kommen. Für den Fall der Fälle müssen sie aber permanent zur Verfügung stehen.
* 1 Gigawatt = 1000 Megawatt, 1 Megawatt = 1000 Kilowatt

