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Waldbauernverband und NABU im Windpark Hilchenbach

von links: Freiherr v. Heeremann, Rainer Marwedel, Ferdinand Funke, Karl-Wilhelm Scheib, Hans-Friedrich Hardt, Günter Pulte
Am 12.1. besuchte der Vorstand des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen den Windpark Hilchenbach. Wegen der bevorstehenden Änderung des Windenergieerlasses des Landes NRW wollten sich der Vorsitzende Freiherr v. Heeremann und seine beiden Vorstandskollegen über die Chancen, welche die Windenergie für Waldbesitzer bietet, informieren. Die Vorstände der Waldbesitzer-Genossenschaft, Rainer Marwedel und Karl-Wilhelm Scheib, sowie Günter Pulte von der RothaarWind GmbH & Co KG informierten die Gäste über den Flächenverbrauch und sonstige Auswirkungen der Windenergieanlagen. Gäste und Gastgeber waren sich darüber einig, dass Windenergie im Wald in vielen Fällen nicht nur eine wirtschaftlich interessante Einkommensergänzung für Waldbesitzer sein kann. Für viele Kommunen eröffnet die Ausweisung von Vorrangzonen in Waldgebieten zudem die Möglichkeit, auf Standorten weitab der Wohnbebauung einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Völlige Übereinstimmung bestand auch in der Ansicht, dass bei der Umsetzung von Windenergieprojekten auf die wirtschaftliche Stärkung der Standortgemeinden geachtet werden soll. Dies kann zum Beispiel durch Bürgerbeteiligung und Gewerbesteuerzahlungen erfolgen.
Wesentlich kontroverser wurde das Thema "Windkraft " am 15.1. diskutiert: An diesem Tag bekam der Windpark Besuch vom Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU). Unter dem Motto "Windkraft im Wald? Konflikte identifizieren, Lösungen suchen" trafen sich die NABU-Bundesfachausschüsse zu einer zweitägigen Tagung in Hilchenbach. Die Veranstaltung begann mit einer Führung durch den Windpark. In einem Tagungshotel fand anschließend eine Vortragsveranstaltung mit Vorträgen des Landschaftsplanungsbüros Backfisch, Windpark-Geschäftsführer Günter Pulte und Günter Ratzbor von Ingenieurbüro für Umweltplanung Schmal & Ratzbor statt. Kurzreferate hielten Rainer Marwedel von der Waldgenossenschaft Heinze & Hofes Hauberg, Michael Kleber und Kyrillos Kaioglidis von der Stadt Hilchenach, der Leiter des Forstamtes Hilchenbach Diethard Altrogge sowie Helga Düben vom NABU Siegen-Wittgenstein.
In den Diskussionen wurden sehr unterschiedliche Ansichten unter den Mitgliedern der NABU-Fachausschüsse über die Auswirkungen der Windenergienutzung deutlich. So beklagten zum Beispiel Fledermausexperten des NABU die ihrer Ansicht nach völlig unzureichende Datenbasis zum Verhalten von Fledermäusen in der Nähe von Windenergieanlagen. Daher seien umfangreiche Untersuchungen geboten, bevor über die Windnutzung im Wald entschieden werde. Andere Mitglieder der NABU-Ausschüsse wiederum vertraten die Ansicht, dass in bestimmten Fällen die Waldinanspruchnahme akzeptabel sei und der Klimaschutz dringendes Handeln erfordere. Der Windpark Hilchenbach wurde von einigen als gelungenes Beispiel einer ökologisch und gesellschaftlich verträglichen Umsetzung des Themas gelobt. Andere wiederum fanden, dass auch dieser Windpark eine Gefahr für die Tierwelt darstelle und beklagten, dass keine langjährigen Voruntersuchungen zu bestimmten Tierarten wie Fledermäusen vorgenommen wurden.
Am 16.1. setzte der NABU die Tagung intern mit dem Ziel fort, eine gemeinsame Position des Verbandes zu diesem Thema zu finden.

