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Fragen und Antworten zur Windenergie

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Fragen und Antworten zur Windenergie
Entwicklung der Winderträge
(von S0320536 am Do, 05.01.2012 um 13:54 Uhr)
Guten Tag Herr Pulte,
in Ihrem letzten Beitrag ziehen Sie ein Resümee über das Windjahr 2011.
Um einschätzen zu können, wie ertragreich ein Windjahr war, wird ja ein „Normaljahres“-Index- Bewertungsverfahren angewandt. Ich kenne zwei Verfahren. Das eine bezieht den 10-Jahres-Ertragsmittelwert der Jahre 1997 bis 2006 ein (IWR-Windertrags-index), das andere sogar den Mittelwert der Jahre 1975 bis 2004 (BDB-Index Version 2006).
Wie lagen die Winderträge des Windparks Hilchenbach im Vergleich zu diesen Indizes in den letzten Jahren? Meines Wissens hatten wir die letzten Jahre eher schlechte Windverhältnisse gemessen an den genannten Durchschnittswerten. Sind diese Mittelwerte als Maßstab und als Kalkulationsgrundlage (für neue Anlagen) überhaupt noch realistisch? Wenn schon seit einigen Jahren diese Werte nicht mehr erreicht wurden, ist der Normaljahres-Index dann überhaupt noch „normal“ oder müssen wir (als Folge des Klimawandels) unsere Kalkulation auf andere Maßstäbe/Durchschnittswerte beziehen?
Viele Grüße aus dem Sauerland
Peter Cremer
Hallo Herr Cremer.
Die letzten Jahre waren, gemessen am BDB-Windindex, sehr schwache Windjahre. Dies gilt ganz besonders für 2010.
Wenn die Realerträge des Windparks Hilchenbach mit Hilfe der BDB-Indexwerte der vergangenen Jahre auf das "Normaljahr" umgerechnet werden, kam regelmäßig eine Überschreitung des prognostizierten Jahresertrages um ca. 7% dabei heraus.
Nach der Abfolge mehrere schwacher Windjahre mehren sich jedoch mittlerweile die Zweifel, ob der BDB-Index tatsächlich das Normaljahr zutreffend beschreibt. Tatsächlich wird auf die Abschwächung des Windes mit einer Anpassung des BDB-Indexes ab 2012 reagiert. Die von Ihnen genannte Version BDB-Index 2006 gilt also in Zukunft nicht mehr.
Dies wird sich wohl auch auf die Ertragsprognosen von Windenergieanlagen auswirken.
Was allerdings wirklich das "normale" Windjahr ist, werden wir auch dann nicht wissen. Vielleicht ist die Datenbasis des Zeitraumes seit 1974 einfach zu kurz, um einen langjährigen Mittelwert zu definieren. Vielleicht werden aber auch langjährige meteorologische Zyklen, insbesondere in Zeiten des beschleunigten Klimawandels, noch nicht ausreichend verstanden.
Betreiber sollten sich bei Neu-Projekten durch eine vorsichtige Projektkalkulation auf größere Schwankungen einstellen.
Wind ist eben eine Naturkraft: Wie in der Landwirtschaft, gibt es auch beim Wind gute und schlechte Ernten. Aber der Wind wird niemals verbraucht sein. Das Öl schon.
Viele Grüße
G. Pulte


